Menschenrechte sind für alle da

Kyros-Zylinder
Der Kyros-Zylinder gilt als älteste Charta der Menschenrechte

Menschenrechte hat man allein deswegen, weil man ein Mensch ist. Sie gelten also unabhängig vom Ort, an dem ich mich aufhalte, und unabhängig von meiner eigenen Nationalität.

Die Idee der Menschenrechte ist schon alt. Als ältestes Dokument gilt der Kyros-Zylinder von 539 v. Chr. Kyros der Große, der erste König von Altpersien, befreite nach der Eroberung Babylons die Sklaven, stellte Rassengleichheit her und erklärte, dass alle Menschen das Recht haben, ihre eigene Religion zu wählen.
Auch im antiken Athen wurde die willkürliche Rechtsprechung eingeschränkt. Allerdings profitierten davon nicht alle Menschen. Ausgenommen waren etwa Sklaven, Frauen und Besitzlose.

Wichtige Wegbereiter für die Idee der Menschenrechte waren im 17. und 18. Jahrhundert die Philosophen der Aufklärung, Thomas Hobbes, John Locke und Jean-Jacques Rousseau. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die "Virginia Bill of Rights", die Grundrechteerklärung von Virginia vom 12.6.1776. Sie hatte großen Einfluss auf die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika im gleichen Jahr sowie auf die US-amerikanischen "Bill of Rights" und die französische "Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte" von 1789.

Umfassend festgehalten wurden die Menschenrechte aber erst 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Sie sind genauso wie die Gründung der Vereinten Nationen 1945 eine Reaktion auf den Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Diese beiden schrecklichen Kriege – vor allem der Zweite Weltkrieg – hatten gezeigt, dass die einzelnen Staaten und ihre Gesetze nicht ausreichen, um Menschen zu schützen. Diese Aufgabe sollte fortan die Staatengemeinschaft der Vereinten Nationen gemeinsam leisten.

„Wo beginnen die Menschenrechte?“

Eleanor Roosevelt mit einem Poster zur Allg. Erklärung der Menschenrechte. Bild: UN Photo

Eleanor Roosevelt war nicht nur die Ehefrau des früheren US-Präsidenten, Franklin D. Roosevelt, sondern auch die Vorsitzende der Kommission der Vereinten Nationen, die 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verfasst hat.

Auf die Frage "Wo beginnen die Menschenrechte?" hat sie folgende Antwort gegeben: "An den kleinen Plätzen, nahe dem eigenen Heim. So nah und so klein, dass diese Plätze auf keiner Landkarte der Welt gefunden werden können. Und doch sind diese Plätze die Welt des Einzelnen: Die Nachbarschaft, in der er lebt, die Schule oder die Universität, die er besucht, die Fabrik, der Bauernhof oder das Büro, in dem er arbeitet. Das sind die Plätze, wo jeder Mann, jede Frau und jedes Kind gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Würde ohne Diskriminierung sucht. So lange diese Rechte dort keine Geltung haben, sind sie auch woanders nicht von Bedeutung. Wenn die betroffenen Bürger nicht selbst aktiv werden, um diese Rechte in ihrem persönlichen Umfeld zu schützen, werden wir vergeblich nach Fortschritten in der weiteren Welt suchen." (zitiert aus: www.planet-wissen.de)

Menschenrechte sind also auch deine Rechte. Sie schützen dich und gleichzeitig muss sich jeder von uns für ihre Einhaltung einsetzen!

Und Menschenrechte begegnen uns jeden Tag. Einige Beispiele haben wir im Menschenrechtskalender zusammengefasst.