Menschenrechts­kalender

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18.11.2020

2004 - Es gibt keine Rechtfertigung für Folter
Am 27. September 2002 entführt der deutsche Jura-Student Magnus Gäfgen den elfjährigen Bankierssohn Jakob von Metzler auf dem Schulweg, tötet ihn und stellt Lösegeldforderungen. Bei der Geldübergabe wird er von der Polizei beobachtet und anschließend festgenommen. Die Polizei geht davon aus, dass der Junge zu dem Zeitpunkt noch lebt. Der stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident Wolfgang Daschner ordnet an, notfalls auch unter Zwang den Aufenthaltsort von Jakob von Metzler in Erfahrung zu bringen. Gäfgen wird später zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Am 18. November 2004 ist Prozessbeginn gegen Daschner vor dem Frankfurter Landgericht wegen des Verdachts der Aussageerpressung. Das Vorgehen des Polizeibeamten wird als Folter eingestuft und verurteilt. In der Öffentlichkeit löst der Prozess eine Diskussion über die Zulässigkeit von staatlicher Gewaltanwendung zur Aussageerzwingung bei Straftaten aus.