Menschenrechts­kalender

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23.09.2019

1998 - Fatwa gegen Rushdie wird offiziell für beendet erklärt
Ahmed Salman Rushdie, ein indisch-britischer Schriftsteller, verzeichnete 1988 mit seinem Werk "Die satanischen Verse" einen großen Erfolg. Wegen der in den Alpträumen eines Protagonisten widergespiegelten Lebensdarstellung des Propheten Mohammed verurteilte der iranische Staatschef Khomeini Rushdie mittels einer Fatwa am 14. Februar 1989 zum Tode. Begründet wurde diese Fatwa damit, dass das Buch "gegen den Islam, den Propheten und den Koran" sei. Khomeini rief die Moslems in aller Welt zur Vollstreckung auf. Um die Durchführung zu beschleunigen, wurde ein Kopfgeld von drei Millionen US-Dollar auf Rushdie ausgesetzt. Aber auch nach dem Tode Khomeinis am 3. Juni 1989 wurde das Todesurteil aufrechterhalten. 1991 wurde das Kopfgeld sogar verdoppelt. Der Dichter lebte wegen der erhaltenen Morddrohungen in erzwungener Isolation an ständig wechselnden Wohnorten und unter Polizeischutz; Khomeini und Mittäter wurden nicht einmal symbolisch zur Fahndung ausgeschrieben. Obwohl die Regierung des Iran am 23. September 1998 die Fatwa gegen ihn für beendet erklärte, wird sie jedes Jahr von islamischen Geistlichen wiederholt.