Menschenrechts­kalender

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15.07.2019

2008 - Krisensitzung nach Anklage gegen den Staatschef des Sudans
Erstmalig in der Geschichte wird am 14.7.2008 ein amtierender Staatschef vom Internationalen Strafgericht des Völkermords in Darfur angeklagt. Dem Gericht liegen Beweise vor, dass der sudanesische Staatschef Hassan al-Baschir für den Mord an 35.000 Menschen und die Vertreibung von rund 2,5 Menschen verantwortlich ist. Zudem seien Frauen gezielte vergewaltigt worden, um Dorfgemeinschaften langfristig zu zerstören. Die Arabische Liga kündigt darauf am 15.7.2008 eine Krisensitzung der arabischen Außenminister an. Der Internationale Strafgerichtshof wurde 1998 gegründet und hat wie das UN-Tribunal zur Ahndung von Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien und der Internationale Gerichtshof der UN seinen Sitz in Den Haag. Der Internationale Strafgerichtshof wird bislang von etwas über Hundert Ländern anerkannt. Der Sudan, aber beispielsweise auch die USA sind nicht darunter. Selbst wenn eine spätere Auslieferung des Staatschefs sehr unwahrscheinlich ist, sehen viele Länder und Menschenrechtsorganisationen in der Anklage ein wichtiges Signal gegen Völkermord und für Frieden und Gerechtigkeit.