Religiöse Feste und Feiertage in 2014

Am ersten Weihnachtsfeiertag feiern Christen die Geburt Jesu Christi. Nach christlichem Glauben kam an diesem Tag Gott als Mensch auf die Welt, um die Menschheit von ihrer Schuld zu erlösen. Christen zahlreicher (aber nicht aller) orthodoxer Kirchen, etwa der Russisch- und der Serbisch-Orthodoxen Kirche, bestimmen den Termin ihrer religiösen Feste bis heute nach dem julianischen Kalender, der eigentlich schon vor langer Zeit vom genaueren gregorianischen Kalender abgelöst wurde. Sie feiern das Weihnachtsfest deshalb 13 Tage nach dem 25. Dezember. Das orthodoxe Weihnachtsfest beendet eine vierzigtägige Fastenzeit, deshalb ist es ein Tag, an dem in der Familie gut gegessen wird. Geschenke gibt es am orthodoxen Weihnachtsfest aber nicht - das geschieht zu Silvester. 

Das zweitägige Purimfest erinnert im jüdischen Glauben an die Errettung der Juden in Persien vor einem durch den Minister Haman geplanten Massenmord. Das Buch Esther in der Bibel beschreibt, wie sich die jüdische Ehefrau des persischen Königs, Esther, bei ihrem Mann für ihre Glaubensgenossen einsetzte und sie dadurch rettete. Den Tag des geplanten Blutbads wollte der persischen König durch das Los bestimmen, daher kommt der Name des Purim-Fests. ("Purim" bedeutet "Los".) Traditionell wird an Purim Gebäck verschenkt, die sogenannten Hamantaschen, die Kinder kostümieren sich, und es werden komische Theateraufführungen, die Purimspiele, aufgeführt. Deshalb wird Purim auch als "jüdischer Karneval" bezeichnet. 

 

Der Karfreitag ist der Freitag vor Ostern und gehört zu den höchsten christlichen Feiertagen. Christen gedenken an diesem Tag Jesu Christi Tod am Kreuz. Für gläubige Christen ist der Karfreitag ein strenger Fastentag und ein sogenannter „stiller“ Feiertag: Tanz-, Sport- und Vergnügungsveranstaltungen gelten als dem ernsten Charakter dieses Tages nicht angemessen und sind in manchen Ländern, etwa in Deutschland, gesetzlich verboten. In Jerusalem und Rom, in vielen südeuropäischen, aber auch manchen deutschen Städten finden traditionell Karfreitagsprozessionen statt, mit denen das Leiden Jesu Christi auf dem Kreuzweg von Laiendarstellern nachgestellt wird.

Am Ostersonntag, dem Höhepunkt der Osterfeiertage, feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Nach christlichem Glauben hat er mit ihr die Macht des Todes gebrochen und die Gläubigen von ihrer Schuld erlöst. Mit dem Ostersonntag endet auch die Fastenzeit, die immer am Aschermittwoch beginnt. Viele Osterbräuche (Osterhase, Name Ostern) gehen auf Frühlingsbräuche vorchristlicher Zeit zurück. Das Osterlamm hingegen symbolisiert im christlichen Glauben das "Lamm Gottes".

 

 

Der Ostersonntag als Tag der Auferstehung Jesu Christi und der Erlösung der Menschen von ihren Sünden ist der höchste Feiertag der christlichen Religion. Die Christen orthodoxer und altorientalischer Kirchen feiern das Osterfest eine bis maximal fünf Wochen später als katholische und evangelische Christen. Ostersonntag ist ebenfalls der Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, aber sie bestimmten diesen Termin nach dem julianischen Kalender, der sonst nicht mehr verwendet wird. Bei orthodoxen Christen hat das Osterfest bis heute einen höheren Stellenwert als Weihnachten, die Osterliturgie in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag wird auch von vielen Menschen aufgesucht, die sonst nur selten in die Kirche gehen.

 

Das achttägige jüdische Pessachfest erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, wo sie Zwangsarbeiter gewesen waren. "Pessach" bedeutet "verschonen" und erinnert daran, dass Gott die Kinder der Israeliten verschonte, während er die erstgeborenen Söhne aller Ägypter töten ließ. Während des Pessachfests wird nur ungesäuertes Brot ("Mazze")  gegessen. Damit wird daran erinnert, dass wegen des plötzlichen Aufbruchs aus Ägypten der Brotteig vor dem Backen nicht mehr gesäuert werden konnte, um ihn aufgehen zu lassen.

Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Der Pfingstsonntag liegt immer sieben Wochen nach dem Ostersonntag. Sieben Wochen nach Jesu Auferstehung kam an diesem Festtag nach christlichem Glauben der Heilige Geist über seine Jünger und bewirkte das Pfingstwunder: Sie konnten auf einmal fremde Sprachen verstehen und in ihnen predigen. Die biblische Apostelgeschichte berichtet, dass sich unter dem Eindruck der Predigten an diesem ersten Pfingsttag dreitausend Menschen taufen ließen. Von diesem Tag an verkündeten die Jünger Jesu öffentlich anderen Menschen die Taten von Jesus und seine Auferstehung, deshalb gilt Pfingsten auch als Gründungstag der christlichen Kirche. 

Das Fronleichnamsfest ist ein katholischer christlicher Feiertag, die Feier der leiblichen Gegenwart Jesu Christi im Sakrament des Abendmahls. Von evangelischen Christen wird Fronleichnam dagegen nicht gefeiert, weil er keine Grundlage in der Bibel hat. Der Feiertag fällt auf den sechzigsten Tag nach dem Ostersonntag und damit immer auf einen Donnerstag. An diesem Tag wird in einer Prozession die Hostie vom Pfarrer feierlich durch mit Blumen und Fähnchen geschmückten Straßen getragen, es werden Blumen gestreut und an im Freien errichteten Altären Gebete gesprochen. 

Ramadan lautet der Name den neunten Monats im islamischen Kalender. In diesem Monat begann nach muslimischem Glauben die Offenbarung des Korans. Bekannt ist der Ramadan als Fastenmonat: Indem sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf alle Nahrungsmittel und Flüssigkeiten verzichten, sollen sich Gläubige auf Gott konzentrieren und sich ihres Glaubens neu bewusst werden. Die erste Mahlzeit des Tages nehmen die Fastenden nach Einbruch der Dunkelheit zu sich. Das Fasten gehört zu den religiösen Pflichten, die den Gläubigen durch den Koran vorgeschrieben sind. Diese Pflicht gilt aber nur für gesunde Erwachsene. Neben Kranken, Alten und Kindern sind auch Schwangere und stillende Mütter davon ausgenommen. 

Der Monat Ramadan wird mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens beendet, eines der beiden Hauptfeste im Islam. Nach einem gemeinsamen Besuch der Moschee wird mit Festmählern, Besuchen und Geschenken, in islamischen Ländern oft auch mit Volksfesten oder Lichterumzügen, das Ende des Fastenmonats als Freudenfest begangen. Gefeiert wird nicht nur das Ende des Verzichts, sondern auch die Vergebung der Sünden, die man durch die Einhaltung des Fastengebots erlangt zu haben hofft. 

Der Versöhnungstag Jom Kippur steht am Ende einer vierzigtägigen Fastenzeit und ist ein strenger Fastentag: Weder darf man essen noch trinken, man darf keine Körperpflege betreiben und keine elektrischen Geräte benutzen. Jom Kippur ist das höchste jüdische Fest und ein Tag der Umkehr und der Buße, an dem die Gläubigen alles Unrecht wiedergutmachen sollen, die sie an Gott und aneinander begangen hat. An diesem Tag besiegelt Gott nach jüdischem Glauben das Urteil, das er am Neujahrstag, der als Tag des Gerichts gilt, über einen Menschen gefällt hat. In Israel kommt an Jom Kippur das gesamte öffentliche Leben zum Stillstand. Deshalb nutzten im Jahr 1973 die Streitkräfte Ägyptens und Syriens diesen Tag für einen Überraschungsangriff auf Israel. Der Überlieferung nach wurde an diesem Tag in alten Zeiten ein Ziegenbock mit den Sünden der Menschen beladen und als "Sündenbock" in die Wüste geschickt.

Das viertägige Opferfest ist der höchste islamische Feiertag. An ihm wird des Propheten Ibrahim (dem biblischen Abraham) und seines Sohnes Ismael gedacht. Wie in der biblischen Geschichte von Abraham und Isaak forderte Gott die Opferung von Ibrahims einzigem Sohn, gebot ihm aber Einhalt, als er Gottes Gebot gehorsam nachkommen wollte. Stattdessen opferte Ibrahim dann Gott einen Widder. Am Opferfest sind gläubige Muslime verpflichtet, ein Schaf oder ein anderes Tier, dessen Fleisch nach muslimischen Speisevorschriften zu essen erlaubt ist, zu schlachten und das Fleisch an Freunde und Bedürftige zu verteilen. Das Fest ist auch der Höhepunkt einer Pilgerfahrt nach Mekka. 

Das Laubhüttenfest Sukkot ("Sukka" bedeutet "Laubhütte") der jüdischen Religion dauert sieben Tage. Es ist einerseits ein Erntefest, bei dem für alle Früchte gedankt und um Regen gebetet wird, aber die religiöse Bedeutung ist die Erinnerung an die vierzigjährige Wanderung der Israeliten durch die Wüste nach dem Auszug aus Ägypten. Während dieser Wanderung lebten die Israeliten in Hütten, die sie aus trockenen Palmzweigen bauten. Zum Gedächtnis daran sollen sie jedes Jahr während sieben Tagen in selbstgebauten Laubhütten wohnen. Die Hütten werden im Garten oder auf dem Balkon aufgebaut und werden mit Blumen und Früchten geschmückt. 

Am Reformationstag gedenken evangelische Christen der Reformation der Kirche durch Martin Luther. An diesem Tag im Jahr 1517 soll Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben. Damit beabsichtigte er eine Reformation der (katholischen) Kirche, also eine Beseitigung von seiner Überzeugung nach falschen Überlieferungen und unbiblischen Glaubenspraktiken. Luthers Lehren wurden vom Papst, dem Oberhaupt der katholischen Kirche, als Ketzerei verdammt, doch er konnte damit nicht verhindern, dass Gelehrte, Landesfürsten und große Teile der Bevölkerung ihn unterstützten. Es kam deshalb zu einer Abspaltung der evangelischen von der katholischen Kirche, die bis heute fortbesteht. 

Der islamische Neujahrstag ist der Gedenktag des Auszugs des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahr 622, wo er das erste islamische Gemeinwesen aufbaute. Mit diesem Tag beginnt die islamische Zeitrechnung, die in muslimischen Ländern bis heute verwendet wird. Das Jahr 2013 entspricht nach dieser Zeitrechnung dem islamischen Jahr 1435. Das islamische Jahr orientiert sich wie das jüdische an einem Mondkalender und ist kürzer als das der westlichen Zeitrechnung zugrunde liegende Sonnenjahr. Deshalb finden islamische Gedenk- und Feiertage jedes Jahr an einem anderen Datum statt. 

Aschura gilt allen Muslimen als Tag, an dem Mose das Rote Meer teilte, und daneben auch als der Tag, an dem Noahs Arche nach der großen Flut wieder strandete. Das Aschura-Fest wird aber nur von schiitischen und alevitischen Muslimen begangen, zwei muslimischen Minderheiten. Mit öffentlichen Trauerprozessionen, Erzählungen und szenischen Darstellungen gedenken dabei die Schiiten an den Tod des nach ihrem Glauben dritten Imams Hussein (Enkel von Mohammed) in der Schlacht von Kerbela im Jahr 680. Zu den Trauerbezeugungen der Gläubigen können in manchen Regionen auch Selbstgeißelungen gehören. Alevitische Muslime feiern an diesem Tag das Ende einer zwölftägigen Fastenzeit mit der süßen Aschura-Suppe, die an Freunde, Nachbarn und Bedürftige verteilt wird. 

Das jüdische Chanukka ist ein achttägiges Tempelweihfest ("Chanukka"="Einweihung") und wird oft auch Lichterfest genannt. Es erinnert an die Vertreibung heidnischer Fremdherrscher im Jahr 164 vor Christus. Der Überlieferung nach war damals im Tempel nur noch ein einziges Fläschchen geweihtes Öl vorgefunden worden, das höchstens einen Tag lang ausreichen konnte, um die Lampe mit dem "ewigen Licht" im Tempel am Brennen zu halten. Durch ein Wunder brannte die Flamme aber acht Tage lang weiter, bis neues geweihtes Öl zur Verfügung stand. Während der acht Festtage werden nach Einbruch der Dunkelheit in der Synagoge und in den Wohnungen Kerzen angezündet, um an das Wunder zu erinnern: Am ersten Tag ein Licht, am zweiten Tag zwei ... bis am achten Tag alle Kerzen brennen.

Auch am christlichen Advent, an dem sich Christen auf die Geburt Jesus von Nazaret vorbereiten, spielen Kerzen eine wichtige Rolle. So wird an jedem der vier Adventssonntage eine weitere Kerze angezündet, bis am 4. Advent alle 4 Kerzen des Adventskranzes brennen. Die Kerzen sollen an das Licht erinnern, dass Jesus Christus in die Welt gebracht hat. Die christliche Adventszeit dauert 22 - 28 Tage, wobei der letzte Adventssonntag immer der Sonntag vor dem 25.Dezember ist.

An Weihnachten feiern Christen die Geburt Jesu Christi. Hauptfesttag ist der 25. Dezember (= 1.Weihnachtsfeiertag), der Tag der Geburt des Herrn. Die Feierlichkeiten hierzu beginnen bereits am Vorabend, dem Heiligen Abend. In Deutschland feiert man Heiligabend traditionell im Kreis der Familie. Hierbei werden Geschenke überreicht. Christen zahlreicher orthodoxer Kirchen feiern das Weihnachtsfest 13 Tage nach dem 25. Dezember. Siehe Beitrag 1.Weihnachtsfeiertag - Ostkirchen.

Jede Religion kennt Feiertage: Freudenfeste und Tage der gemeinsamen Trauer, Feiertage, die mit Fasten und Verzicht verbunden sind, und solche mit gutem Essen im Kreis der Familie. 

Sie sind nicht nur mit besonderen Gottesdiensten verbunden, sondern auch mit Geschichten, Liedern, Ritualen und Feiertagsbräuchen. Feiertage machen den Glauben nach Außen sichtbar, sind wichtige Tage für die Glaubensgemeinschaft und dienen der Besinnung auf den Glauben.

... gemeinsame Wurzeln

Wer die Feiertage anderer Religionen näher betrachtet, findet fast immer Gemeinsamkeiten mit den vertrauten Festen seiner eigenen Religion. Das gilt besonders für die jüdischen, christlichen und muslimischen Gläubigen, deren Religionen eine gemeinsame Wurzel haben: Die Tora der Juden entspricht den Büchern Mose im Alten Testament der Christen, und im Koran werden zahlreiche jüdische und christliche Überlieferungen aufgegriffen und zählen aus dieser Sicht auch zu den Glaubensinhalten des Islams. Das höchste Fest des Islams, das Opferfest, feiert die Rettung Isaaks (oder Ismaels) vor dem Opfertod, in den sein Vater Abraham aus Gehorsam gegen Gott eingewilligt hatte. Manche christlichen Feste fallen mit jüdischen Feiertagen zusammen – zum Beispiel Ostern mit Pessach –, und orientieren sich deshalb auch am jüdischen Mondkalender. Aus diesem Grund finden sie jedes Jahr an einem anderen Datum statt. 

... Unterschiede innerhalb einer Religion

Unterschiede gibt es umgekehrt aber nicht nur zwischen den Religionen, sondern oft auch zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen einer Religion. Viele (aber nicht alle!) orthodoxe Kirchen feiern ihre religiösen Feste etwa an anderen Tagen als Protestanten und Katholiken – sie haben die gregorianische Kalenderreform, an der sich unser heutiger Kalender orientiert, für religiöse Feiertage nicht übernommen. Schiitische Muslime feiern das Aschura-Fest, das sunnitische Muslime nicht als öffentlichen Fest-, sondern als Fastentag kennen. Wer katholisch aufgewachsen ist, hat vielleicht als Kind an Fronleichnam bei der Prozession Blütenblätter gestreut und stellt nach einem Umzug in ein protestantisch geprägtes Bundesland fest, dass dort dieser Feiertag den meisten Menschen ganz unbekannt ist.